Schade, ich hätte an dieser Stelle gerne erst eine Wikipediadefinition zum Panther gegeben, der Ausdruck Panther ist allerdings umgangssprachlich für den Jaguar und den Leoparden. Das könnte man jetzt im Grunde auch durchgehen lassen, macht aber die Einleitung etwas kaputt. Wie dem auch sei, dank zweier Tore von Barrios, auch Panther genannt, und Uwe Owomo Owomoyela konnte man die Wölfe verspeisen. Wobei, vernichten trifft auf Halbzeit 1 besser zu. Klingt aber nicht so schön. Aber der Reihe nach…
Am 1312 sollte das letzte Auswärtsspiel des Jahres für uns anstehen, es ging zum Deutschen Meister (muss an dieser Stelle einfach schon mal direkt betont werden. Man spielte nicht gegen irgendeine Mannschaft sondern immerhin gegen den Deutschen Meister der Vorsaison.) nach Wolfsburg. Relativ human ging es gegen kurz nach 11 für uns los Richtung Autostadt. Zwischendurch gab es eine Schnitzelpause. Meiner Meinung nach sehr angenehm einfach auf kleinen Rastplätzen zu halten. Faire Preise dank Selbstverpflegung und keine überteuerte Tankstellensachen. Zügig ging es dann weiter, irgendwann gegen halb 4 kam man dann in Wolfsburg an. Zwar liegt das Stadion nicht direkt an einer Autobahn, insgesamt wirkt aber alles ähnlich künstlich wie in Hoffenheim. Warum gibt es nicht mehr Stadien wie Bochum, einfach in einem Wohngebiet? Sei’s drum…
Für mich ging es dann auch relativ zeitnah in den Block, im Gegensatz zu den letzten Jahren stand man im größeren rechten Teil. Was man dann direkt kritisch – und mehr kritisches kommt heute nicht – anmerken muss: Es ist relativ sinnfrei, sich direkt vor eine Plexiglasscheibe zu stellen. Aber nun ja, muss wohl so sein als Ultra, kommt man schnell auf den Zaun.
War im Endeffekt aber auch egal, die Stimmung war einfach nur grandios. Auch wenn man schon unzählige Bundesligaspiele gesehen hat, sowas wie gestern kommt wirklich nur selten vor. Vor Anpiff war die Stimmung schon gut, nach dem 2:0 einfach nur unbeschreiblich. In der ersten Halbzeit ist der gesamte Gästeblock – egal ob Sitz- oder Stehplatz – ausgerastet, abgegangen, hat gesungen, gefeiert, gelebt, … Die Lieder wurden brachial laut gesungen, es gab praktisch keine ruhige Phase. Lange Lieder gefolgt von kurzen und ach, toll. Auch wenn es ironisch gemeint ist, wunderschön natürlich das „Wer wird Deutscher Meister BVB Borussia“. Das Spiel auf dem Platz war einfach nur sehr gut, selten so eine gute erste Halbzeit gesehen. Immer den Drang nach vorne, frühzeitig gestört, Wolfsburg nicht den Hauch einer Chance gelassen. Seltener Anblick: Nach 20 Minuten musste Armin – VEH, Arrrmin – Veh – AAAAARRRRMMMIIIINNNN – Veh schon doppelt wechseln, gebracht hat es vorerst aber nichts, ganz im Gegenteil, Owomoyela konnte sogar noch auf 3:0 erhöhen. Ich behaupe mal, dass die Gesänge über Uwe ihn danach sehr verwirrt haben, vor vier Wochen noch ausgepiffen und kritisiert, diesmal gefeiert. Nicht nur nach dem Tor, auch nachdem die Mannschaft aus der Halbzeit wiedergekommen ist und nach dem Spiel. Hoffentlich gibt ihm das Tor weiter Auftrieb, auf die Leistung von gestern kann er aufbauen!
In der zweiten Halbzeit wurde Wolfsburg dann etwas stärker, machten auch das 1:3, mehr kam allerdings nicht dabei rum, zu sicher und zu gut stand unsere Abwehr. Nach dem Tor konnte man auch zum ersten Mal für ein paar Minuten die Fans vom Deutschen Meister (man hat mal kurz auswärts 3:1 dort gewonnen! :-) ) hören, nach 10 Minuten war es das aber auch schon wieder. Zu schlecht die Leistung auf dem Feld, zu laut die Leistung bei uns auf den Rängen. Halbzeit 2 war noch immer sehr laut, die Liedauswahl nahezu perfekt. Leuchte auf mein Stern, BVB-Walzer und In der Bundesliga. Schon grandios. Nach Schlusspfiff kam die Mannschaft selbstredend zum Block, leider haben sie das mit der Meisterschaft noch nicht verinnerlicht und wollten nicht mitziehen. Sind ja noch 18 Spiele zum Üben. Natürlich sollte auch wieder ein Ballspielverein Borussia aus Dortmund folgen, allerdings nicht von Daniel angestimmt, Kevin Großkreutz hat – soweit ich das beurteilen kann – von sich aus die Absperrungen überwunden und stimmte das Lied an. GEIL GEIL GEIL. Direkt vor der Saison die Aussage gegen die Blauen, das Tor letzte Woche, die Aktion in diesem Spiel, wuhu. Der Junge macht Spaß! Danach noch etwas gesungen, gegen 20 Uhr ging es dann für uns Richtung Heimat. Die Rückfahrt ging sehr schnell um, die Stimmung selbstverständlich ausgelassen.
Spierlerisch macht es einfach nur Spaß, man sieht deutlich die Entwicklung der Mannschaft. Spieler wie Sahin blühen auf, Zidan ist zwar als Stürmer gescheitert – dabei bleibe ich! – als antreibende Kraft aber eine Augenweide, alleine die Vorbereitung des 1:0, super Pass. Die Abwehr steht auch sehr fest, es passt einfach. Wenn man sich überlegt, dass Leute wie Kehl, Tinga oder Hajnal noch fehlen…
Nächsten Samstag steht dann Geschichte an, unser geliebter Ballspielverein wird 100 Jahre und wird – ein Sieg vorausgestzt – international überwintern.
VENCEREMOS!
P.S.: Danke an Wolfsburg für folgendes Spruchband: „An der Börse versagen, über Wolfsburg beklagen. Glückwunsch zu 10 Jahren KGaA“. Wolfsburg hat zwar nicht verstanden, worum es im Kern geht, der Spruch an sich war allerdings nicht so schlecht wie andere es sagen würden.
schrieb diesen Beitrag am 14. Dezember 2009 um 20:58 Uhr, inhaltlich geht es um Fußball. Falls Du was dazu zu sagen hast, schreib einfach einen Kommentar. Die Diskussion kann über einen RSS-Feed verfolgt werden.
schön machste das hier :-)