Samstag Abend war es es endlich so weit, unser geliebter Verein wurde 100 Jahre. Im Grunde lässt sich das Erlebte kaum in Worte fassen, aber irgendwie muss man seine Gefühle ja für die Leser und die Nachwelt in den Blog bringen.
Richtig los ging es so langsam ab Donnerstag Abend, die letzten Vorbereitungen für die Choreo wurden durchgeführt, ebenso dann bei unglaublicher Kälte am Freitag im Stadion. Abends konnte man dann langsam erahnen, dass wir bei was sehr Großem dabei sein dürfen. Rund 300 bis 400 Leute trafen sich passend um 0:00 Uhr am Borsigplatz, um den Geburtstag mit passenden Liedern und viel Feuerwerk zu feiern. Hier das passende Video: 100 Jahre am Borsigplatz
Samstag ging es dann bei wiederum unglaublicher Kälte früh Morgens ins Stadion, die letzten Sachen mussten vorbereitet werden. Die letzten Stunden bis zum Anpiff waren einfach nur schrecklich, die Vorfreude und Anspannung wuchs von Minute zu Minute. Irgendwann war es dann endlich 15:30 Uhr und der Wahnsinn nahm seinen Lauf.
Ich hatte das Glück, das Ganze vom Zaun aus verfolgen zu können und somit direkt alles zu sehen: Es war einfach nur unglaublich und schlichtweg Weltklasse. Erst die Blockfahne mit „Leuchte auf mein Stern Borussia“ im Hintergrund war schon richtig richtig gut, aber noch nicht das Non-Plus-Ultra. Dann aber die Legenden des Ballspielverein Borussia mit dem Gold von oben, einfach nur unglaublich. Wenn ich mir jetzt noch die Videos anschaue bekomme ich noch immer fast Tränen in die Augen. Wenn man sieht, dass alles, wofür man monatelang gearbeitet hat funktioniert, unglaublich. Im Grunde kann man das kaum beschreiben, man muss es erlebt und gefühlt haben.
Danach war noch das Spiel gegen Freiburg, lässt sich aber schnell erzählen: Spiel schwach (lag natürlich nur am schlechten Platz!), irgendwie das 1:0 gemacht (la pantera ohohoh) und dann das Spiel schon bestimmt, aber nicht zwingend. Sei’s drum, damit war direkt klar, dass man auf einem internationalen Tabellenplatz überwintert. Wer hätte das nach der Hinrunde gedacht… Die Stimmung war irgendwo zwischen Durchschnitt und unglaublich. Manche Lieder wurden vom kompletten (!) Westfalenstadion mitgetragen, die Menschen hüpften, sangen, waren einfach nur glücklich und ausgelassen. Mit Abpfiff gab es dann noch den einen oder anderen Bengalo auf der Süd, sehr nettes Bild. Was man allerdings doch etwas kritisch anmerken muss: Warum springt man nach dem 1:0 für den geliebten Verein auf den Zaun und zeigt die durchgeschnitte Kehle in Richtung Freiburg? Aber ein Torjubel für den einzig wahren Grund warum man überhaupt ins Stadion geht ist ja jedem auch selbst überlassen. Die Freiburger Fans waren auch im Stadion (heute allerdings in der Nord-Ecke und nicht hinter dem Tor), konnten aber vielleicht 1 oder 2 mal gehört werden, hatten zum Intro aber eine Reihe von Fahnen.
Danach noch eine Laser– und Pyroshow, dazu etwas blabla auf dem Feld. War nun ja, irgendwie ok, aber irgendwie passte es nicht völlig; manche sollten sogar davon sprechen, dass das Schauspiel gänzlich „unwürdig“ für den 100. Geburtstag des BVB war. Zum Abschluss kam die Mannschaft und es wurde das wohl lauteste Heja BVB gesungen was ich je gehört habe. Coole Aktion von Kevin Großkreutz mal wieder: Er schnappte sich bei dem Lied direkt das Mikrophone und sang lautstark mit. Spricht für ihn.
Nach dem Treffen des Zentralkomitees ging es langsam zur Fanparty. Leider wurde diese ja dann abgebrochen, als es richtig gut wurde. Über die Gründe wurde viel geschrieben, man muss hier nicht weiter die Spekulationen antreiben. Sicherlich es ist sehr sinnlos, im Kampfanzug auf eine Fanparty zu gehen (die Tiere die dort verweilten konnte selbst ein Blinder sehen), teils hätte man aber auch vernünftiger reagieren können/müssen. Aber das lässt sich in der Theorie sehr leicht sagen. Da haben sich beide Seiten nicht gut präsentiert. Was danach passierte macht einen dann aber doch irgendwie traurig, hat dem Ganzen einen nicht so schönen Beigeschmack gegeben. Aber wie schrieb in Bekannter in einem Forum: In 20 Jahren schaut man sich die Bilder vom 19.12. an, erinnert sich an einen denkwürdigen Tag und hat das Ende der Party kaum noch vor Augen.
Insgesamt kann einen der Tag einfach nur stolz und glücklich machen, ein Teil des Ganzen zu sein. Wenn man sich vor Augen hält, was man wirklich aktiv miterleben durfte und auch musste, unbeschreiblich. Selbstverständlich hat man die Meisterschaften in den 90ern und auch den Championsleague-Sieg mitbekommen, richtig aktiv ging es dann aber mit der Meisterschaft und UEFA-Cup 2002 los. Dann natürlich der Tiefpunkt mit der Fast-Insolvenz, in der Folge dann aber wieder internationale Spiele, Pokalfinale. Spiele die einem ewig im Gedächtnis bleiben, beispielsweise Derbysieg 2007 oder das Spiel gegen Freiburg am 19.12.
schrieb diesen Beitrag am 22. Dezember 2009 um 18:12 Uhr, inhaltlich geht es um Fußball. Falls Du was dazu zu sagen hast, schreib einfach einen Kommentar. Die Diskussion kann über einen RSS-Feed verfolgt werden.
gelungener Beitrag :)