Freitag war es wieder so weit, wieder ein Derby, wieder eine Niederlage. In der ersten Halbzeit noch wirklich gut gespielt – man hätte auch schon führen können, zu Anfang der zweiten Halbzeit dann das 1:0 gemacht und danach völlig zurückgezogen. Es ist mir ein Rätsel, alleine in der Rückrunde führte man gegen Frankfurt, gegen München und gegen die Blauen und gab danach das Spiel völlig aus der Hand. Vor allem Freitag, das Derby haben nicht die Blauen gewonnen, es war eher eine reine Niederlage durch unsere Mannschaft. Die Blauen gewinnen, freuen sich und keiner von denen weiß, wie es passiert ist. Dumme individuelle Fehler, fehlender Zug nach vorne, … puh. Wenn man ein Derby wie Freitag nicht gewinnt, wann will man dann überhaupt nochmal ein Derby gewinnen, erst recht auswärts? Das ist weniger auf die Derbyeinstellung an sich bezogen, die Voraussetzungen waren Freitag aber im Grunde wirklich gut, man hat es trotzdem mal wieder nicht geschafft. Tja, am Ende stand es 2:1 für den Feind, bitter.
Abgesehen vom Spiel war es meiner Meinung nach ein ruhiges Derby. Wenn ich mir überlege, was einem im Vorfeld alles durch den Kopf ging… Für die aktive Dortmunder Fanszene ging es gemeinsam in Bussen Richtung Turnhalle, schon ein gutes Bild, 10 oder 11 Busse, locker das doppelte an Wannen als Begleitung. Im Stadion dann noch gewartet, der Einlass ist bekanntermaßen unter aller Sau und zögert sich lange hin. Irgendwann wurde dann gemeinsam in den Block gestürmt und direkt gut losgelegt (Ich persönlich fand es ganz nett, man sollte sich allerdings dann auch mal überlegen, ob man sich wirklich über die Blauen lustig machen sollte, wenn die sowas in Dortmund machen, etwas ambivalent). Die Stimmung auf unserer Seite gut bis sehr gut, vor allem nach dem 1:0. Sehr viele Dortmund-Gesänge, nicht nur Anti-Gesänge, z. B. wurde „Am Tag als der…“ nicht 1x gesungen. Die Stimmung bei den Blauen etwas unwürdig und ruhig. Häufig sah man nur den halben 4er Block mitmachen. Nach dem Tor für uns sehr leise, nach dem 2:1 dann allerdings nicht so schlecht, vor allem wenn das ganze Stadion mitgezogen hat. Ich würde ja gerne einen Vergleich zu Dortmund ziehen, der letzte Derbyheimsieg ist aber schon lange her, der 12.5. dürfte sowieso kein Derbysieg zum Vergleichen sein. Außer Gesängen gab es auch keinen „Schlagabtausch“ der Ultragruppen, bei uns am Anfang ein Spruchband mit T-Shirts „Gegen Stadtverbote“, bei den Blauen hang am Vorsängerpodest leglich ein Banner, das an die Startseite von schwatzgelb.de angelehnt war. Nach dem Spiel immer mal wieder kleinere Auseinandersetzungen in den angrenzenden Sitzplätzen zwischen den Guten und den Bösen, das wars allerdings. Insgesamt also ein relativ ruhiges Derby.
Pluspunkte dürfte man wieder Gerald Asamoah gemacht haben, einer der größten Unsympathen der Bundesliga. Nicht durch seine Spielweise (wie ein van Bommel, Franz oder Rafinha), sondern durch das komplette Auftreten. Scheinbare Narrenfreiheit, hinterlistiges Spiel und mal wieder provozierender Jubel auf der „Ehrenrunde“ vor’m Dortmundblock. Sollte man sich nicht wundern, wenn das irgendwann eskaliert. Nicht immer nur vorm Spiel an die Fans Appelle richten, auch mal den Blick auf die Akteure auf dem Spielfeld richten (Und da sind Vergleiche mit Großkreutz weniger angebracht, der äußert sich vielleicht unglücklich in den Medien, provoziert allerdings nicht unnötig auf dem Spielfeld).
Venceremos!
schrieb diesen Beitrag am 28. Februar 2010 um 16:11 Uhr, inhaltlich geht es um Fußball. Falls Du was dazu zu sagen hast, schreib einfach einen Kommentar. Die Diskussion kann über einen RSS-Feed verfolgt werden.