Mensch spricht ja immer – im aufgeklärten Bürgertum und als weltoffener Mensch – von mehr Toleranz. Aber ist das wirklich so? Nein, mit Sicherheit nicht. Anfang des Jahres gab es einen Text, der sich mit der Meinungsfreiheit für Nazis auseinandergesetzt hat. Vielleicht noch nicht unbedingt eine klare Verbindung zum Toleranzbegriff, es geht aber in die richtige Richtung.
Auf dem neuen Album von Egotronic befindet sich ein Lied, das sich speziell damit beschäftigt.
Sicherlich werden Aspekte angesprochen, über die mensch streiten kann. In der Mehrheit überwiegen allerdings die „Beispiele“, die jeder/jede schonmal mitbekommen hat und (möglicherweise) drüberhinweggesehen hat. Zwar war dies vielleicht lustig, unter Umständen aber rassistisch/sexistisch/homophobisch/… geprägt. Selbst, wenn es nur im Subkontext mitschwingt.
Will sagen: Toleranz: Ja, gerne. Aber: Nicht in allen Bereichen unseres Lebens!
schrieb diesen Beitrag am 16. Mai 2010 um 14:39 Uhr, inhaltlich geht es um Music was my first Love, Politik. Schlagwörter? Ja, nämlich: Egotronic, Meinungsfreiheit, Toleranz. Falls Du was dazu zu sagen hast, schreib einfach einen Kommentar. Die Diskussion kann über einen RSS-Feed verfolgt werden.
“die grenzen des guten geschmacks überschreiten egotronic bereits mit dem coverbild ihres neuen albums „ausflug mit freunden“. zitieren sie in dem doch das gladbecker geiseldrama: sänger und mastermind torsun hält einem seiner kollegen die waffe unter die kehle wie einst dieter degowski der später im schusswechsel umgekommenen geisel silke bischoff.
in der musik setzt sich die prinzipielle provokation fröhlich fort. „eure toleranz kotzt mich an“, plärrt das trio in die welt, um deren zustand man sich sorgen macht: „wenn das schiff morgen untergeht. was soll´s?“
diese arschlochhaltung wird unterstützt von beats, die noch ein wenig primitiver daherrüpeln wie bei den torbedo boyz. hauptsache, es knallt. und das möglichst derbe. die euro-disco-ideen, die immer wieder durch die tracks leuchten, sind auch nicht eben allzu elegant platziert.
kurz: egotronic spielen partymusik für menschen, die kurz vor dem weltuntergang wenigstens noch mal durch die ganze scheiße trampeln und dabei möglichst vielen leuten auf die füße tretten wollen.
ganz so ernst gemeint ist das natürlich auch wieder nicht. auf der rückseite der cd dreht die band den spieß um und steckt dem geiselnehmer die eigene knarre in den mund. humor ist wohl tatsächlich, wenn man trotzdem lacht.”
quelle: die gute taz